Additiv gefertigter Kappenkern mit präziser Nachbearbeitung
- 17. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Feb.
Im Rahmen einer gezielten Werkzeugoptimierung wurde ein neu entwickelter Kappenkern konstruiert, gefertigt und unter realen Serienbedingungen validiert. Ziel des Projekts war es, die Formfüllung zu stabilisieren, Materialüberfüllung im Kavitätsbereich zu reduzieren und gleichzeitig die Bauteilqualität sowie das Prozessfenster nachhaltig zu verbessern.
Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Juri Müller und der Addition GmbH.
Fertigungskonzept: Additiv und präzise kombiniert
Der Kernrohling wurde additiv aus dem Werkstoff Printium 13 gefertigt. Die additive Herstellung der komplexen Grundgeometrie übernahm die Addition GmbH.
Im Anschluss wurden sämtliche funktions- und dichtungsrelevanten Flächen extern nach Datensatz spanend nachbearbeitet – gedreht und geschliffen. Dadurch konnten:
definierte Toleranzen an Führungs-, Dicht- und Formflächen eingehalten werden
komplexe Innenstrukturen realisiert werden
hohe Maß- und Formgenauigkeit sichergestellt werden
Die strömungs- und wärmetechnisch optimierte Auslegung des Kerns erfolgte durch das Ingenieurbüro Juri Müller.
Das kombinierte Fertigungskonzept verbindet damit konstruktive Freiheit durch additive Fertigung mit der Präzision klassischer spanender Endbearbeitung.
Versuchsdurchführung unter Serienbedingungen
Die Validierung erfolgte im bestehenden Serienwerkzeug unter realen Produktionsparametern. Bewertet wurden unter anderem:
Füllverhalten
Druckprofil
Nachdruckabhängigkeit
thermisches Verhalten
resultierende Bauteilqualität
Beobachtete Effekte im Vergleich zum bisherigen Kern
Im direkten Vergleich zeigten sich deutliche prozess- und qualitätsrelevante Verbesserungen:
Umschaltpunkt volumetrisch um ca. 1,5 cm³ nach hinten verschiebbar – bei weiterhin vollständiger Kavitätsfüllung
deutlich reduzierte Tendenz lokaler Materialüberfüllung
geringere Werkzeugbelastung
sichere und reproduzierbare Füllung der Hülse über die gesamte Laufzeit
stabile Prozessführung über ca. 1,5 Stunden ohne qualitätsrelevante Schwankungen
geringere Sensitivität gegenüber Nachdruck (bereits 500 bar ausreichend zur Maß- und Formstabilisierung)
sichtbar homogenere Oberflächenstruktur
bessere Detailausbildung durch saubere Temperaturführung

Technische Einordnung
Die Verschiebung des Umschaltpunktes bei gleichzeitig reduzierter Materialüberfüllung deutet auf eine effizientere Kavitätsfüllung sowie ein optimiertes Druck- und Temperaturprofil im Kernbereich hin.
Das Prozessfenster erweitert sich signifikant. Gleichzeitig verliert der Nachdruck an Kritikalität.
Für den Serienbetrieb bedeutet das:
höhere Reproduzierbarkeit
geringeres Ausschussrisiko
stabilere Produktionsbedingungen
reduzierte Werkzeugbeanspruchung
Fazit
Der neu entwickelte, additiv gefertigte Kappenkern zeigt unter Serienbedingungen eine klar verbesserte Prozessstabilität und Bauteilqualität.
Die Kombination aus additiver Fertigung, präziser Nachbearbeitung und strömungs- sowie wärmetechnischer Optimierung stellt damit eine realistische und wirtschaftlich sinnvolle Option für den dauerhaften Einsatz im Produktionswerkzeug dar.




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